Online-Musiklexikon - Editorial

© 2003 Franz Sauter, Hamburg * Anmerkungen in Sachen Plagiat

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Was der Leser hier findet, betrifft all das, was ganz allgemein für die Erklärung von Harmonie, Rhythmus und Melodie wichtig ist sowie zum Verständnis derjenigen Musik, die ohne Einschränkung harmonisch, rhythmisch und melodisch ist. Es geht also genaugenommen um tonale Musik sowie ihren Unterschied zu anderen Arten von Musik. Über besondere musikalische Stilformen, die musikalische Mode einer Musikergeneration oder über Komponisten und ihr Leben findet man hier nichts.

Auch ein nur punktuelles musiktheoretisches Interesse soll mit Erklärungen bedient werden, die in ihrer Logik und in ihrem sachlichen Zusammenhang nachvollziehbar sind. Dazu werden Hyperlinks angeboten, um die Artikel zu den verschiedenen Stichwörtern ganz unmittelbar miteinander zu verknüpfen. Der Mausklick ersetzt das Blättern in Büchern aufgrund von Querverweisen, und die Vermittlung von musikalischen Zusammenhängen kann daher komfortabler gestaltet werden.

Die Hinweise auf andere Artikel sind vor allem deshalb hilfreich, weil die Fachbegriffe (auch) in der Musik systematisch aufeinander aufbauen. Dieses Lexikon enthält also keine unzusammenhängenden Definitionen, wie sie aus einer oberflächlichen Betrachtung musikalischer Sachverhalte resultiert und in populären Musiklehren und Lexika breitgetreten werden. Ebenso wenig ist es ein Kompendium, das die verschiedenen Lehrmeinungen zu einem Thema zusammenträgt und ihre Gegensätze und argumentativen Widersprüche höflich unter den Teppich kehrt. Dieses Lexikon beschränkt sich auf die Begriffe, die im Rahmen einer konsistenten Musiktheorie erklärt werden können. 

Soweit die hier dargelegten Erläuterungen gängigen Vorstellungen widersprechen, wird dies zuweilen erwähnt und auf den Fehler solcher Vorstellungen hingewiesen. Etliche Stichworte handeln ausdrücklich von Dingen, die es gar nicht gibt: von Konstrukten verkehrter Theorien. Beispiele dafür sind die Artikel zu Alterierter Akkord, Leitton, Sonanzgrad, Umdeutung oder Zeiteinheit. Auch in diesem Fall handelt es sich um die Erläuterung von Begriffen, nämlich zum Beispiel solchen, die sich bei näherem Hinsehen in tautologische Verrenkungen auflösen (nach dem Muster: "links ist da, wo der Daumen rechts ist...").

Wer in diesem Lexikon etwas nachsehen will und sich mit einer ungefähren Vorstellung von der Sache nicht begnügen will, der findet per Mausklick weitere Erläuterungen, die dabei helfen, die in den Begriffen benannten musikalischen Sachverhalte in ihrem logischen Zusammenhang zu begreifen. Man kann die Artikel aber auch der Reihe nach lesen, weil sie nicht in der alphabetischen Reihenfolge (des Stichwortverzeichnisses) abgehandelt werden, sondern in einer sachlich begründeten Anordnung. Wer will, kann zum Beispiel mit dem Begriff Harmonie beginnen und einfach den Text weiterlesen, um die Erläuterungen in ihrem logischen Aufbau zu verfolgen und nicht immer wieder auf den Ausgangspunkt der Erklärungen zurückverwiesen zu werden.

Dieses Lexikon bietet also nicht nur den Zugriff auf die Erläuterung eines gesuchten musikalischen Fachbegriffs, sondern schon fast so etwas wie eine zusammenhängende Musiktheorie. Entsprechend erhält der Leser neben dem alphabetisch geordneten Überblick über den Inhalt dieses Lexikons auch einen systematischen Überblick. Nichtsdestotrotz kann ein Lexikon sich immer nur auf knappe Zusammenfassungen dessen beschränken, was man über eine Sache weiß. Wer auf die Prüfung von Argumenten und Beweisen Wert legt, kommt kaum um das Studium solcher Literatur herum, die sich von vornherein einer systematischen Darstellung der Sache widmet und auf die ein Lexikon allenfalls hinweisen kann. Wer die hier veröffentlichten Angaben überprüfen will, findet alles Nötige in dem Buch „Die tonale Musik“.

Hamburg, den 15.10.2003


Edition 2: Ergänzungen mit Verweisen auf andere Internetseiten

Die erste Edition des Online-Musiklexikons enthielt nur Verweise innerhalb des Lexikons, um den Zusammenhang der darin abgehandelten Begriffsbestimmungen darzustellen. Insofern blieb eine wichtige und naheliegende Wissensquelle ungenutzt: das Internet. In dieser Hinsicht will die zweite Edition mehr bieten für Leute, die das Internet als Ressource für Studienzwecke nutzen wollen.

Die neu eingefügten Hinweise auf andere Quellen werden hauptsächlich aus zwei Gründen angeboten:

·      Einerseits geht es darum, über die Grenzen des hier behandelten musiktheoretischen Themenbereichs (siehe oben) hinauszuweisen. Mit der Vorgeschichte unserer heutigen Musik (Haltetonmusik) oder mit ihren physikalischen Vorraussetzungen (akustische Schwingungen) will sich dieses Lexikon nicht näher befassen und verweist daher auf im Internet verfügbare Darstellungen.

·      Zum andern soll dem Leser Gelegenheit gegeben werden, sich über andere Auffassungen zum jeweiligen Gegenstand ein Urteil zu bilden. Dazu werden exemplarisch populärwissenschaftliche Sentenzen, wie sie auch im Internet Verbreitung finden, mit Quellenverweis zitiert, um ihre Untauglichkeit zur Erklärung der Musik vor Augen zu führen.

Wer im Internet nach Stichworten sucht, stellt sehr schnell fest, dass etliche Musiklexika und Glossare unter verschiedensten Titeln und Adressen mit identischem Wortlaut anzutreffen sind. Gerade die vulgärsten musikalischen Allerweltsweisheiten werden offenbar mit Vorliebe kopiert. Eine Recherche, wer von wem abgeschrieben hat, ist kaum zu leisten, und die Auswahl der Quellen muss daher als zufällig angesehen werden. Die Begriffslosigkeit der veröffentlichten Auffassungen wird ja auch nicht dadurch gemindert, dass ihre Anbieter nicht zugleich ihre Urheber sind. 

Selbstverständlich können die Verweise auf andere Seiten auch ansonsten für nichts garantieren und tragen vorsichtshalber in eckigen Klammern ein Datum, das besagt, wann ein Zitat an einer bestimmten Stelle zu finden war oder wann die Auskünfte einer Seite für brauchbar gehalten wurden.

Neu an der zweiten Edition ist auch die akustische Wiedergabe der Notenbeispiele, die jeweils per Mausklick auf das Notenbild gestartet werden kann.

Hamburg, den 16.11.2003


Anmerkung in Sachen Plagiat

Wie bereits oben bemerkt, werden Musiklexika gerne im Internet kopiert. Nun tauchen auch Kopien bzw. Plagiate aus dem vorliegenden Lexikon im Internet auf. Nichts gegen die Verbreitung korrekter Argumente im Internet. Nur leider haben die Kopierer daran kein Interesse. Sonst könnten sie ihren Besuchern ja einen Hinweis auf die vorliegenden Texte geben. Das Interesse ist vielmehr so beschaffen: Man gründet eine Firma, meldet Internetadressen an, schließt Werbe-Verträge mit anderen Firmen und sucht im Internet nach Inhalten, die attraktiv genug sind, um Besucher auf die Seiten zu locken, auf denen Werbung platziert wird.

Eine solche Firma (Dom.li Ltd, Vaduz, Lichtenstein) unterhält die Domain music-musik.de (Administrativer Ansprechpartner: Georg Herstbein, Koblenz) und sammelt darauf aus dem Internet zusammengeklaubte Inhalte, vornehmlich solche des vorliegenden Musiklexikons. Dem Gestalter der Seite erscheint es offenbar vorteilhaft, nichts als Zitat kenntlich zu machen, keinen Autor zu nennen, keine Quelle anzugeben. Stattdessen wird, als ob dies den Kopiervorgang unkenntlich machen könnte, der Text flüchtig bearbeitet. So flüchtig eben, wie es passend erscheint, damit möglichst wenig geistige Arbeit investiert wird: Ein paar Wörter werden ausgetauscht, ein paar Sätze gestrichen usw. Selbst dieses Editorial erscheint kopierenswert und erhält bei music-musik.de folgende Fassung:

"Was der Besucher hier findet, sind Erklärungen für fast alles, was ganz allgemein zu den Themen Harmonie, Rhythmus und Melodie wichtig ist. Über besondere musikalische Stilformen, die musikalische Mode einer Musikergeneration oder über Komponisten und ihr Leben findet man hier nichts.

Auch ein nur fraktales musiktheoretisches Interesse soll mit Erklärungen versorgt werden, die logisch und in ihrem sachlichen Zusammenhang nachvollziehbar sind..."

Die Borniertheit des kommerziellen Interesses bringt es mit sich, dass Texte immer da, wo es ein bisschen auf Logik ankommt, so "umformuliert" werden, dass der ursprüngliche Sinn und der wissenschaftliche Gehalt verloren gehen. Aus den Texten wird das, was der Bearbeiter verstanden zu haben meint. Von der weiteren Verbreitung dieser Plagiate ist auch aus urheberrechtlicher Sicht abzuraten.

Hamburg, den 6.3.2005

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